Wie ich in Südafrika gelernt habe, essen alle Fleischfresser in der Natur zunächst die Eingeweide des jeweiligen Beutetieres. Dieses ist im Normalfall ein Wiederkäuer, in dessen Körper sich Getreide befindet. Für die Zubereitung der Hundemahlzeit wird also (wenig) Getreide benötigt. Die mit dem Beutetier aufgenommenen Pflanzen, Kräuter, Getreidekörner und Rinden sind dort allerdings schon vorverdaut, dies muss bei der Fütterung berücksichtigt werden.

Barfen (Rohfütterung)

Hervorragend für die Ernährung des Hundes geeignet sind Weizenkleie, Hirse, Mais, Hafer — oder Reisflocken, die zuvor eingeweicht werden. Anschließend werden sie über das rohe Fleisch gegeben. Zum Einweichen bitte nur Wasser nehmen!

Alle Fleischsorten können roh verfüttert werden, außer das Fleisch von Wildschweinen. Das Schweinefleisch oder auch die ungekochten Knochen vom Schwein können das so genannte Aujeszky-Virus enthalten. Infizierte Tiere zeigen tollwutähnliche Symptome, allerdings ohne aggressiv zu sein. Daher wird die Aujeszkysche Krankheit auch »Pseudowut« genannt. Früher hieß es, man solle Schweinefleisch nur abgekocht und nicht roh füttern, da es Überträger für die Krankheit sei. Seit nunmehr 10 Jahren ist der Hausschweinebestand in Deutschland bereits Aujeszky-frei, insofern steht der Fütterung von rohem Schweinefleisch nun nichts mehr entgegen, sofern das Fleisch von Hausschweinen stammt. Wildschweinfleisch sollte nach wie vor weder an Hunde noch an Katzen roh verfüttert werden. Durch Erhitzen, also Abkochen wird der Erreger allerdings vollständig abgetötet.

An Innereien sind Leber (hoher Mineralstoff- und Vitamingehalt, jedoch auch negativ hoher Gehalt an Glykogen), Herz, Nieren, Milz, Pansen (ungeputzt), Kehlkopf etc. zu empfehlen. Die Fleischstücke sollten für Welpen anfangs in 2×2 cm große Stücke geschnitten werden, dem erwachsenen Hund können die Fleischstücke auch ganz gegeben werden.

Knochen sollte man nie gekocht einem Hund geben, da alle gekochten Knochen splittern können, rohe Knochen jedoch nicht. Aus diesem Grund können auch Geflügelknochen roh verfüttert werden. Knochen dienen dem Hundekörper als Zahnbürste, ebenso liefern sie eine beachtliche Menge des benötigten Kalzium und Phosphors. Und es ist für den Hund eine stundenlange Beschäftigung, womit man nebenbei sonstige Kauartikel wie Schuhe, Teppiche und Möbel gerne mal vergisst.

Fisch darf und sollte man auch einmal in der Woche auf den Speiseplan bringen, immer frisch. Makrele und Hering eignen sich für den Hund am besten, da sie mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Gemüse und Obst eignen sich sehr gut als nahrhaftes Beifutter. Rohes Gemüse enthält Vitamine und Enzyme, Ballaststoffe und Mineralien. Je grüner, desto gesünder, sprich Blattgrün beinhaltet die meisten Vitamine. Zwar kann ein Hund keinen Zellstoff verdauen, doch sobald man die ganze Chose in einem Mixer püriert, sieht die Welt wieder ganz anders aus und der Hund kann auch rohes Gemüse prima verwerten. Nicht klein schneiden, sondern wirklich ein wahres Mus aus Gemüse pürieren, erst dann ist der Hund in der Lage, die guten Vitamine und Ballaststoffe aufzuspalten und aufzunehmen. Ob mit dem Pürierstab, im Fleischwolf oder in der Küchenmaschine, gerne auch im Mixer — breiig sollte es sein! Dazu einen Schuss Fisch-/Nachtkerzenöl, da Gemüse viele fettlösliche Vitamine enthält.

 Grundsätzlich gilt: am besten Gemüse und Obst der Saison auf dem heimischen Markt kaufen — ist am wenigsten belastet und muss nicht einen weiten Weg auf den eigenen Tisch zurücklegen, kommt also eher ohne Konservierungsstoffe aus!

Hüttenkäse, Kefir und Quark — also alle laktosefreien Milchprodukte — eignen sich als Beigabe zur Hundemahlzeit. Eier sollten Hunde nur in roher Form erhalten, da sie in gekochter Form den Magen verkleben können. Dem Hund jeden zweiten Tag ein Ei zu geben, kommt der natürlichen Ernährung sehr nahe. Die Empfehlung, dem Tier nur den Dotter zu geben, entbehrt jeglicher Logik, denn in der freien Wildbahn können Eierdiebe wie Fuchs, Wiesel und Marder das Eiklar auch nicht vom Dotter trennen.

Wichtig ist auch die Versorgung mit Nüssen und Ölen. Nüsse liefern natürliche Fettsäuren und viele Mineralstoffe und Vitamine. Allerdings sollten sie nur gerieben und als Mehle gefüttert werden. Zwei- bis dreimal pro Woche sollte der Hund kaltgepresste Öle erhalten, die der Mahlzeit beigegeben werden: Leinöl, Maiskeimöl, Lachsöl und Olivenöl haben das ausgewogenste Fettsäuremuster (Omega-3 und Omega-6). Ein erwachsener Hund bekommt einen Esslöffel davon, der Welpe dementsprechend weniger.

Nun zum wohl wichtigsten und für viele auch schwierigsten Part: Den Futtermengen und der Verteilung des Ganzen.

In vielen Rezepten und gerade in der Weite des Internets werden Mengen bis ins kleinste Detail angegeben. Allerdings sind solch umständliche Berechnungen gar nicht notwendig, wenn man einige Faustregeln beachtet: Ein erwachsener Hund benötigt täglich eine Futtermenge von 2-3% seines Körpergewichts, der Welpe 10%. Das Futter sollte aus 70% Fleisch, 30% Gemüse und Obst sowie Kräutern bestehen. Die Öle, Milchprodukte, Eier und Fleischknochen gibt man zusätzlich jeden zweiten bis dritten Tag.


Meine bisherigen Artikel zur Ernährung des Hundes