Geboren wurde ich 1980 in einem kleinen Städtchen im Westerwald. Und alles lief irgendwo den normalen Weg eines jeden Kindes, zumindest in den 80ern. Ich liebte es im Wald zu sein, Staudämme zu bauen, mich vollzumatschen, Kind sein halt.

Mein weg zur HUNDEPASSION

Automatisch kommt man, wenn man viel draußen ist, im Westerwald auch mit vielen Arten von Tieren in Kontakt. Jedoch ist es dann auch genauso normal, das man durch Erwachsene lernt, das es bei Tieren durchaus Unterschiede gibt. Und hiermit meine ich noch nicht einmal den Unterschied zwischen »Der wird gestreichelt und jener wird gegessen.«, sondern viel banaler…

Der Hund, der viel bellt, ist böse. Katzen sind blöd, die kacken alles voll. Auch wenn der Nachbar 20 hatte und das Grundstück für diese Menge nicht ausgelegt war. Elstern und Spatzen sind schlechte Vögel, Meisen und Amseln nicht. Die Bauern mit den Kühen hatten immer viel zu tun, also machen Kühe viel Arbeit. Und die Wildschweine im Wald machen alles kaputt. Sogar die Wiesen.

Vieles habe ich als Kind schon nicht verstehen wollen, aber es war irgendwann auch von mir verinnerlicht. Mir wurde aberzogen, dass ein jedes Lebewesen prinzipiell nur Lust auf ein gutes Leben hat und nichts aus Boshaftigkeit tut. Siehe die Spatzen, die immer den frisch eingesäten Rasen gefressen haben, im ganzen Dorf. Und auch bei meinen Großeltern, die wohnten woanders. Also wahrscheinlich machen Spatzen wirklich nur das, und überall…

Diese Phase hielt sich hartnäckig bis zu meiner Volljährigkeit.

Parallel zu meiner Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher kam ich durch meine damalige Freundin zu meinem ersten Hund. Und beide Dinge, sowohl mein Beruf wie auch dieser Hund, änderten mein Leben kolossal. Ich durfte erfahren, wie sehr sowohl Menschen mit Behinderungen als auch Tiere meine Stimmungen und Launen spiegeln, und wie wichtig mein Verhalten, meine Aufrichtigkeit und mein wirkliches Interesse am Gegenüber waren.

In der Arbeit mit Menschen mit Behinderung durfte ich 15 Jahre lang jeden Tag lernen, dass man mit Vertrauen weiter kommt als mit Härte. Und vielleicht habe ich auch hier gelernt, nein, ich bin mir sogar sicher, dass es unheimlich wichtig ist, Dinge wie Aggression, »Fehlverhalten« oder Missverständnisse nicht als gegeben hinzunehmen, sondern zu hinterfragen. Fast immer war solches Verhalten die Ausdrucksform von etwas anderem, beispielsweise seelischem oder körperlichen Schmerz.

Der Beruf blieb, und es kam neben meiner jetzigen Frau auch ein neuer Hund in mein Leben. Wir wohnen in einem Ort, an dem es, so die Meinung der Dorfbewohner, mehr Hunde als Menschen gibt. Stimmt aber so nicht ganz. ;-)

Und durch beobachten und erleben konnte ich nun auf ganz wunderbare Weise jeden Tag aufs Neue das Verhalten von Hunden und das (damit interessant verbundene) Verhalten der Besitzer erforschen.

Der Wunsch wuchs in mir, etwas mit Tieren zu arbeiten, doch machte mir auch der Job als Erzieher sehr viel Spaß, also gab es noch keinen Grund, etwas zu verändern. Durch meine Frau lernte ich die energetische Arbeit kennen. Ausgehend von Reiki, über Hypnosetechniken, bis hin zu wirklich verblüffenden Erkenntnissen, wie Seele und Körper zusammenhängen. Hierdurch kam ich auch zur Phonophorese, der Arbeit mit Stimmgabeln. Dadurch wurde nun auch die letzte Tür geöffnet, die meinen jetzigen Weg bisher verschlossen hatte.

Ich erlernte die Tierkommunikation. Hierdurch war es mir möglich, mit Tieren in Kontakt zu treten und Dinge zu erfahren, die auch das geschulte Auge nicht sehen kann. Ebenso begann ich fast zeitgleich mit meinem Studium zum Tierhaltungsberater und Tierpsychologen. So konnte ich meinen Wissensdurst über meine tierischen Freunde stillen.

Ebenso habe ich mich viel mit verschiedenen, bekannten und weniger bekannten, Hundetrainern und Hundeausbildern ausgetauscht und befasst, viel Literatur verschlungen, aber nur die wenigsten haben bei mir einen Nerv getroffen. Also habe ich mein eigenes Ding entworfen, was im Wesentlichen auf Verständnis und Vertrauen fußt.

Ich möchte, dass Mensch und Tier sich als Team und Einheit wahrnehmen. Als gleichwertig in einem — im besten Falle — stabilen Konstrukt, wo sich der eine auf den anderen verlassen kann. Und nicht, wo einer vor dem anderen Angst hat und nur deshalb funktioniert. Das bedeutet viel Arbeit und genaues Hinsehen mit einem wachen Auge. Aber die Bereitschaft und Freude unserer Tiere rechtfertigen dies.

So wie auch in der Arbeit mit Menschen gibt es keine Patentrezepte, keine allgemeingültigen Lösungen wie auf ein gewisses Verhalten reagiert werden kann.

Es gibt aber sehr viele Methoden, die zwar einen kurzfristigen Erfolg haben, aber auf lange Sicht nichts bringen. Es wird an der (Aus-) Wirkung gearbeitet, nicht jedoch an der Ursache.

Ich freue mich jeden Tag auf ’s Neue, mich mit Tieren auseinanderzusetzen und durch Hinterfragen und Einfühlen manche Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Mir persönlich bringt dies auch sehr viel, da bei jedem Kontakt mit einem Lebewesen die Möglichkeit besteht, zu lernen und zu verstehen.