Jedes Jahr aufs Neue kommt wieder die Zeit, in der alle Hundebesitzer aufstöhnen. Es ist Zeckenzeit. Und Zecken sind nicht nur nervig, sondern sie können auch durchaus Krankheiten übertragen, wie die Borreliose oder FSME.

Zecken beim Hund

Schon aus diesem Grund sollte man auch nicht leichtfertig mit diesem Thema umgehen. Der Unterschied der beiden Krankheiten besteht darin, das FSME-Viren über den Speichel einer Zecke übertragen werden. Falls das Insekt also Träger des Virus ist, kann die sofortige Entfernung eine Infektion nicht verhindern.

Anders gelagert ist der Fall beim Bakterium »Borrelia burgdorferi«, das sich im Mitteldarm der Zecke aufhält und erst mit den Ausscheidungen der Zecke, also meist nicht sofort nach Saugbeginn, in den Körper gelangt. Eine möglichst schnelle Entfernung der Zecke könnte also eine Infektion häufig verhindern. Experten sprechen von einem Zeitraum von 12-24 Stunden nach Saugbeginn.

Doch was tun? Ich habe mit sehr vielen Hundebesitzern und einigen Tierärzten darüber gesprochen, und irgendwie empfiehlt jeder etwas anderes.

Es gibt hier einmal den schulmedizinischen Weg, das heißt, man bringt bei Hunden sogenannte Spot-On Präparate an, die in den Nacken getropft werden. Hier sind als Beispiel Frontline oder Advantix zu nennen. Diese Präparate sollen vorbeugend wirken. Es gibt auch Zeckenschutzhalsbänder, die eine identische Wirkung haben sollen. Manche Hundebesitzer besorgen sich diese Halsbänder dann sogar in Holland, weil diese (angeblich) viel wirksamer sind.

Zum anderen besteht die Möglichkeit, mit naturheilkundlichen Mitteln zu arbeiten. Der Eine erzählt von Bernsteinketten, dann, gerade im Moment sehr angesagt, das Kokosöl, ebenso besteht die Möglichkeit zur Gabe von Globuli. Bei Globuli gibt es solche, die einen Zeckenbefall erst gar nicht ermöglichen sollen, und wieder andere, die nach einem Zeckenbiss helfen. Eine Freundin von mir hat nun mit Schwarzkümmelöl gearbeitet, jedoch auch ohne durchschlagenden Erfolg. Was also machen?

Ich persönlich gebe vor allem bei der Gabe der Spot-Ons zu bedenken, dass diese teilweise massive Nebenwirkungen haben, und manchmal wie ein hoch dosiertes Nervengift auf den Hund wirken. Die Hunde werden apathisch, möchten nichts mehr fressen und keine Teilhabe am Leben mehr haben. Und ich habe noch nicht eins dieser Präparate erlebt, das wirklich zeckenfrei hält.

Die naturheilkundlichen Möglichkeiten geben auch keinen hundertprozentigen Schutz. Und hier liegt meine Kritik vor allen Dingen bei den Verkäufern dieser Produkte, die teilweise Unsummen aufrufen für Dinge, die nicht wirklich helfen.

Ich möchte euch einen Tipp mit auf den Weg geben, der euch nichts kostet und als Nebenwirkung nur die Liebe eures Hundes einbringt.

Nehmt euch nach den Gassirunden zehn Minuten Zeit. Setzt euch bequem zu eurem Liebling auf den Boden, schnappt euch eure Hundebürste und geht damit einmal komplett durch das Fell. Tastet anschließend nochmal alle Stellen ab, wo ihr mit der Bürste nicht hinkommt, und zum Abschluss gibt es nochmal Streicheleinheiten.

Sollte sich schon eine Zecke festgebissen haben, schnappt euch die Zeckenzange und zieht sie vorsichtig hinaus. Zur Entsorgung dann zwischen ein Küchenpapier gepackt, und mit einem Glas zerdrücken.

Auch diese Methode bietet natürlich keinen Schutz gegen jede Zecke, aber es gibt drei Gewinner: dich, deinen Geldbeutel und vor allem die Bindung zu deinem Hund!